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Die Welt: 30.04.10


Wind in der Ostsee wird gefährlicher
Von Stefan Anker
Nordsee ist Mordsee - dieses Klischee stellt sich nach einer aktuellen Wind- und Wetterstudie als überholt heraus. Der Münchener Meteorologe Michael Sachweh veröffentlicht seine Erkenntnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Yacht". Darin heißt es, dass sich die mittlere Windgeschwindigkeit in Nord- und Ostsee in den Jahren 2000 bis 2009 kaum verändert habe. Doch die Zahl der starken Böen habe dramatisch zugenommen.

Während in den Segelrevieren der deutschen Nordseeküste die Zahl der Böen mit Windstärken über sieben Beaufort um 31 Prozent gewachsen ist, müssen Ostseesegler heute 56 Prozent mehr dieser Böen abwettern. Und wenn die Messlatte bei Böen über acht Beaufort angelegt wird, dann ergibt sich für die Ostsee sogar ein Plus von 86 Prozent, während so starke Windstöße in der Nordsee sogar rückläufig sind (minus fünf Prozent).

Da die mittlere Windgeschwindigkeit aber nahezu konstant geblieben ist, bedeutet das: Die Böen werden - rein rechnerisch - von längeren Schwachwindphasen ausgeglichen. "Das Windklima ist erheblich launischer geworden", schreibt Sachweh.

Grund für die starke Veränderung der Segelbedingungen in der Ostsee sei die Zunahme der wechselhaften Westwindlagen. 2000 bis 2009 habe es davon 63 Prozent mehr gegeben als früher. Dieser Anstieg gehe aber kaum zulasten der klassischen Schönwetterlagen über der Ostsee. Vielmehr gebe es deutliche Rückgänge der Nord- und Südwindlagen. Grund dafür seien großräumige Veränderungen der Luftdruckverhältnisse über dem Nordatlantik.

Die Ostseereviere seien deshalb besonders betroffen, weil der Westwind sich hier mit der Thermik über dem warmen Land mische - daraus entstehen Böen, die zwei bis drei Beaufort über der mittleren Windstärke liegen können.

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